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Zwei Phantome der Historischen Semantik: Bedeutungsverbesserung und Bedeutungsverschlechterung

Zwei Phantome der Historischen Semantik: Bedeutungsverbesserung und Bedeutungsverschlechterung Zwei Phantome der Historischen Semantik: Bedeutungsverbesserung und Bedeutungsverschlechterung* Von ANDREAS BLANK Eine wenig erfreuliche Überraschung erlebt, wer nach einer fundierten Darstel- lung der Historischen Semantik und insbesonderen des Bedeutungswandels sucht: in den meisten neueren Standardwerken zur Semantik sind nämlich die Ausfüh- rungen zur Historischen Semantik äußerst knapp oder fehlen völlig1. Dabei hatte die Untersuchung des semantischen Wandels im ausgehenden 19. und im begin- nenden 20. Jahrhundert über die rein etymologisch ausgerichtete Forschung hin- aus eine große Blüte erlebt (z. B. Paul 1898 t11880], Lehmann 1884, Darmesteter 1886, Breal 1899, Meillet 1965 [= 1905/06], Wundt 1912 [4900], Nyrop 1913, Hatzfeld 1924 a)2. Semantik, das war bis zu den dreißiger Jahren „Historische Semantik". In der Folge des Saussurianischen Paradigmenwechsels trat die historisch aus- gerichtete Sprachbetrachtung als Ganzes in den Hintergrund, besonders ruhig aber wurde es um die Historische Semantik (Stierle 1978, 158)3. Dabei standen noch die mit dem Namen von Jost Trier verknüpften Anfange der strukturellen Seman- tik ganz im Zeichen der Diachronie, insofern Trier in seinen Untersuchungen zum Wandel des „deutschen Wortschatzes im Sinnbezirk des Verstandes" (Trier 1931) zwei Synchronien beschrieb und miteinander verglich. Wahrend die synchrone strukturelle Semantik etwa ab den sechziger Jahren einen Aufschwung nahm, stieß der diachrone http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Romanistisches Jahrbuch de Gruyter

Zwei Phantome der Historischen Semantik: Bedeutungsverbesserung und Bedeutungsverschlechterung

Romanistisches Jahrbuch , Volume 44 (1): 29 – Dec 31, 1993

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Publisher
de Gruyter
Copyright
© 1993 by Walter de Gruyter Berlin/Boston
ISSN
1613-0413
eISSN
1613-0413
DOI
10.1515/9783110245004.57
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Abstract

Zwei Phantome der Historischen Semantik: Bedeutungsverbesserung und Bedeutungsverschlechterung* Von ANDREAS BLANK Eine wenig erfreuliche Überraschung erlebt, wer nach einer fundierten Darstel- lung der Historischen Semantik und insbesonderen des Bedeutungswandels sucht: in den meisten neueren Standardwerken zur Semantik sind nämlich die Ausfüh- rungen zur Historischen Semantik äußerst knapp oder fehlen völlig1. Dabei hatte die Untersuchung des semantischen Wandels im ausgehenden 19. und im begin- nenden 20. Jahrhundert über die rein etymologisch ausgerichtete Forschung hin- aus eine große Blüte erlebt (z. B. Paul 1898 t11880], Lehmann 1884, Darmesteter 1886, Breal 1899, Meillet 1965 [= 1905/06], Wundt 1912 [4900], Nyrop 1913, Hatzfeld 1924 a)2. Semantik, das war bis zu den dreißiger Jahren „Historische Semantik". In der Folge des Saussurianischen Paradigmenwechsels trat die historisch aus- gerichtete Sprachbetrachtung als Ganzes in den Hintergrund, besonders ruhig aber wurde es um die Historische Semantik (Stierle 1978, 158)3. Dabei standen noch die mit dem Namen von Jost Trier verknüpften Anfange der strukturellen Seman- tik ganz im Zeichen der Diachronie, insofern Trier in seinen Untersuchungen zum Wandel des „deutschen Wortschatzes im Sinnbezirk des Verstandes" (Trier 1931) zwei Synchronien beschrieb und miteinander verglich. Wahrend die synchrone strukturelle Semantik etwa ab den sechziger Jahren einen Aufschwung nahm, stieß der diachrone

Journal

Romanistisches Jahrbuchde Gruyter

Published: Dec 31, 1993

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