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Zur Herausbildung semantischer Differenzierungen bei Konjugationsdubletten

Zur Herausbildung semantischer Differenzierungen bei Konjugationsdubletten Jessica Nowak (Mainz) Zur Herausbildung semantischer Differenzierungen bei Konjugationsdubletten 1. Konjugationsdubletten auf Schritt und Tritt Besonders zahlreich sind Doppelformen in der nhd. Konjugation, was nicht zuletzt mit der generellen Übergangstendenz starker Verben in die schwache Klasse zusammenhängt, vgl. z. B. melken im Prät. und Part. II: molk – gemolken ĺ melkte/molk – gemolken/gemelkt. Diese Flexionsvarian- ten können alle Teilparadigmen eines Verbs betreffen, so auch den Imp. Sg. (Milk! ĺ Melk!) und Sg. Präs. (milkst ĺ melkst), und gehen vielfach ohne Bedeutungsunterschied einher, vgl. melken unter (1). (1) (a) Ich melkte/molk die Kuh. (b) Ich habe die Kühe gemolken/selten: gemelkt. Daher ist es besonders bemerkenswert, wenn solche präteritalen und par- tizipialen stark-schwach-Dubletten semantisch differenziert werden, vgl. gären unter (2). In konkreter Bedeutung ‚sich durch chemische Zersetzung verändern‘ sind v.a. starke, aber auch schwache Formen üblich (s. 2a), in übertragener Verwendung wie in (2b) dagegen nur die schwachen (vgl. z. B. Duden 2007). (2) (a) Der Wein hat im Fass gegoren/seltener: gegärt. (b) Seit Wochen gärte (*gor) es in der Firma. Die Entstehungspfade solcher Bedeutungsdifferenzierungen von Konjuga- tionsdubletten aufzuzeigen und ihre diachrone Entwicklung zu skizzieren, stehen im Vordergrund dieses Beitrags (2.1.–2.2.). Da dieses Feld weit- gehend unerforscht ist, wurde für die http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichte de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © by Walter de Gruyter GmbH
ISSN
1869-7046
eISSN
1869-7046
DOI
10.1515/9783110236620.312
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Abstract

Jessica Nowak (Mainz) Zur Herausbildung semantischer Differenzierungen bei Konjugationsdubletten 1. Konjugationsdubletten auf Schritt und Tritt Besonders zahlreich sind Doppelformen in der nhd. Konjugation, was nicht zuletzt mit der generellen Übergangstendenz starker Verben in die schwache Klasse zusammenhängt, vgl. z. B. melken im Prät. und Part. II: molk – gemolken ĺ melkte/molk – gemolken/gemelkt. Diese Flexionsvarian- ten können alle Teilparadigmen eines Verbs betreffen, so auch den Imp. Sg. (Milk! ĺ Melk!) und Sg. Präs. (milkst ĺ melkst), und gehen vielfach ohne Bedeutungsunterschied einher, vgl. melken unter (1). (1) (a) Ich melkte/molk die Kuh. (b) Ich habe die Kühe gemolken/selten: gemelkt. Daher ist es besonders bemerkenswert, wenn solche präteritalen und par- tizipialen stark-schwach-Dubletten semantisch differenziert werden, vgl. gären unter (2). In konkreter Bedeutung ‚sich durch chemische Zersetzung verändern‘ sind v.a. starke, aber auch schwache Formen üblich (s. 2a), in übertragener Verwendung wie in (2b) dagegen nur die schwachen (vgl. z. B. Duden 2007). (2) (a) Der Wein hat im Fass gegoren/seltener: gegärt. (b) Seit Wochen gärte (*gor) es in der Firma. Die Entstehungspfade solcher Bedeutungsdifferenzierungen von Konjuga- tionsdubletten aufzuzeigen und ihre diachrone Entwicklung zu skizzieren, stehen im Vordergrund dieses Beitrags (2.1.–2.2.). Da dieses Feld weit- gehend unerforscht ist, wurde für die

Journal

Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichtede Gruyter

Published: Sep 15, 2011

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