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Zur Genese jüdischer Gemeinden in russischen Großstädten 1840–1900. Innovative Entwürfe und beharrliche Traditionen

Zur Genese jüdischer Gemeinden in russischen Großstädten 1840–1900. Innovative Entwürfe und... ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 1 Yvonne Kleinmann Zur Genese jüdischer Gemeinden in russischen Großstädten 1840 ­ 1900 Innovative Entwürfe und beharrliche Traditionen 1 Einleitung Die Migration von Juden in das so genannte »Innere Russland« ­ die ethnisch überwiegend russischen Gouvernements ­ ist ein relativ junges Phänomen. Bis ins späte 18. Jahrhundert untersagten die Zaren aus religiösen Gründen generell die Niederlassung von Juden auf dem Territorium des Imperiums und setzten ihren Willen wiederholt durch Ausweisungen in die Rechtspraxis um.1 Grundlegend änderte sich die Situation mit den Teilungen Polen-Litauens 1772, 1792 und 1795, in deren Verlauf etwa eine halbe Million jüdische Untertanen unter russische Herrschaft kam. Angesichts dieser Größenordnung war die Ausweisung von Juden als traditionelles Instrument zarischer Politik weder praktikabel noch mit dem fiskalischen Interesse des Staates vereinbar. Die Repräsentanten der jüdischen Gemeinden orientierten sich nun an St. Petersburg als dem neuen Zentrum der staatlichen Macht; Kaufleute strebten an den Zarenhof und in das Handelszentrum Moskau. Insbesondere jüdische Großkaufleute und Militärlieferanten verkehrten in Hofkreisen und versuchten über ihre Geschäfte hinaus, die Unterstützung der Regierung bei der Reform der jüdischen Gesellschaft nach den Idealen der Haskala, der jüdischen Aufklärung, zu gewinnen. Allein gesetzgeberische http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas de Gruyter

Zur Genese jüdischer Gemeinden in russischen Großstädten 1840–1900. Innovative Entwürfe und beharrliche Traditionen

Aschkenas , Volume 17 (1) – Jan 1, 2009

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 by the
ISSN
1016-4987
eISSN
1865-9438
DOI
10.1515/ASCH.2009.55
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Abstract

ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 1 Yvonne Kleinmann Zur Genese jüdischer Gemeinden in russischen Großstädten 1840 ­ 1900 Innovative Entwürfe und beharrliche Traditionen 1 Einleitung Die Migration von Juden in das so genannte »Innere Russland« ­ die ethnisch überwiegend russischen Gouvernements ­ ist ein relativ junges Phänomen. Bis ins späte 18. Jahrhundert untersagten die Zaren aus religiösen Gründen generell die Niederlassung von Juden auf dem Territorium des Imperiums und setzten ihren Willen wiederholt durch Ausweisungen in die Rechtspraxis um.1 Grundlegend änderte sich die Situation mit den Teilungen Polen-Litauens 1772, 1792 und 1795, in deren Verlauf etwa eine halbe Million jüdische Untertanen unter russische Herrschaft kam. Angesichts dieser Größenordnung war die Ausweisung von Juden als traditionelles Instrument zarischer Politik weder praktikabel noch mit dem fiskalischen Interesse des Staates vereinbar. Die Repräsentanten der jüdischen Gemeinden orientierten sich nun an St. Petersburg als dem neuen Zentrum der staatlichen Macht; Kaufleute strebten an den Zarenhof und in das Handelszentrum Moskau. Insbesondere jüdische Großkaufleute und Militärlieferanten verkehrten in Hofkreisen und versuchten über ihre Geschäfte hinaus, die Unterstützung der Regierung bei der Reform der jüdischen Gesellschaft nach den Idealen der Haskala, der jüdischen Aufklärung, zu gewinnen. Allein gesetzgeberische

Journal

Aschkenasde Gruyter

Published: Jan 1, 2009

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