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Zur Bedeutung von Reformation und Konfessionalisierung für das christlich-jüdische Verhältnis in Niedersachsen

Zur Bedeutung von Reformation und Konfessionalisierung für das christlich-jüdische Verhältnis in... ASCHKENAS - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 6/1996, H. 2 ROTRAUD RIES Zur Bedeutung von Reformation und Konfessionalisierung für das christlich-jüdische Verhältnis in Niedersachsen Theologische Wertvorstellungen, deren religiöse Popularisierung und normative Fixierung gehören unzweifelhaft zu den konstituierenden Elementen des Definitionsprozesses, der die Stellung der Juden in der mittelalterlichen Gesellschaft und die Einstellung ihnen gegenüber festlegte. Voraussetzung hierfür war die strukturelle Verzahnung von Religion und Politik, von Kirche und Staat im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Alteuropa1. Da sich infolge der Reformation nicht nur die ideologischen Grundlagen des religiösen Systems differenzierten und veränderten, sondern auch die Beziehungen zwischen Kirche und Staat eine neue Qualität erlangten, ist die bislang noch kaum thematisierte Frage nach den Folgen dieses Wandlungsprozesses für das Verhältnis der christlichen Gesellschaft zu den Juden nur folgerichtig. Die Untersuchung der Reformationsgeschichte ist weit fortgeschritten; schon die ForschungsJage zur Spätreformation als kirchengeschichtlicher Fragestellung oder zur Konfessionalisierung als gesellschaftsgeschichtlichem Paradigma für die Epoche wird hingegen als zumindest partiell dürftig bezeichnet2. Erst recht gilt dies für die Geschichte der Juden im 16. Jahrhundert. In Dazu besonders ALEX BEIN: Die Judenfrage. Biographie eines Weltproblems, 2 Bde., Stuttgart 1980; FRIEDRICH BATTENBERG: Das Europäische Zeitalter der Juden. Zur Entwicklung einer Minderheitengruppe in der nichtjüdischen http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden de Gruyter

Zur Bedeutung von Reformation und Konfessionalisierung für das christlich-jüdische Verhältnis in Niedersachsen

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
Subject
Aufsätze
ISSN
1016-4987
eISSN
1016-4987
DOI
10.1515/asch.1996.6.2.353
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Abstract

ASCHKENAS - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 6/1996, H. 2 ROTRAUD RIES Zur Bedeutung von Reformation und Konfessionalisierung für das christlich-jüdische Verhältnis in Niedersachsen Theologische Wertvorstellungen, deren religiöse Popularisierung und normative Fixierung gehören unzweifelhaft zu den konstituierenden Elementen des Definitionsprozesses, der die Stellung der Juden in der mittelalterlichen Gesellschaft und die Einstellung ihnen gegenüber festlegte. Voraussetzung hierfür war die strukturelle Verzahnung von Religion und Politik, von Kirche und Staat im mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Alteuropa1. Da sich infolge der Reformation nicht nur die ideologischen Grundlagen des religiösen Systems differenzierten und veränderten, sondern auch die Beziehungen zwischen Kirche und Staat eine neue Qualität erlangten, ist die bislang noch kaum thematisierte Frage nach den Folgen dieses Wandlungsprozesses für das Verhältnis der christlichen Gesellschaft zu den Juden nur folgerichtig. Die Untersuchung der Reformationsgeschichte ist weit fortgeschritten; schon die ForschungsJage zur Spätreformation als kirchengeschichtlicher Fragestellung oder zur Konfessionalisierung als gesellschaftsgeschichtlichem Paradigma für die Epoche wird hingegen als zumindest partiell dürftig bezeichnet2. Erst recht gilt dies für die Geschichte der Juden im 16. Jahrhundert. In Dazu besonders ALEX BEIN: Die Judenfrage. Biographie eines Weltproblems, 2 Bde., Stuttgart 1980; FRIEDRICH BATTENBERG: Das Europäische Zeitalter der Juden. Zur Entwicklung einer Minderheitengruppe in der nichtjüdischen

Journal

Aschkenas - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Judende Gruyter

Published: Jan 1, 1996

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