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Zum Stand des Jespersen-Zyklus im Nibelungenlied (HS A): Starke und schwache negativ-polare Elemente

Zum Stand des Jespersen-Zyklus im Nibelungenlied (HS A): Starke und schwache negativ-polare Elemente Renata Szczepaniak (Hamburg) Zum Stand des Jespersen-Zyklus im Nibelungenlied (HS A): Starke und schwache negativ-polare Elemente 1. Einleitung Im Mittelhochdeutschen spielt sich die entscheidende Phase des sog. Jespersen-Zyklus ab (vgl. Behaghel 1918, Donhauser 1996, 1998, Lenz 1996, Jäger 2005, 2008): Geht man von drei Stufen der formalen Erneue- rung des Verbalnegators aus, in der die Satznegation in Phase I mit einem selbstständigen preverbalen Negator (ahd. ni) realisiert, in Phase II durch einen neuen Negator (mhd. niht) erweitert und in Phase III durch den verselbstständigten neuen Negator (nhd. nicht) ausgedrückt wird, so fi ndet im Mittelhochdeutschen ein Quantensprung im Bereich der Satznegation statt: In einer sehr kurzen und instabilen Phase II setzt sich der neue Negator niht durch (vgl. Breitbarth 2009). Die Ablösung des alten Nega- tors (ahd. ni > mhd. ne, en, n) ist damit schon im Mittelhochdeutschen besiegelt, so dass er im Oberdeutschen bereits im 13. Jh. selten ist (vgl. Lehmann 1978: 103). Der Ablösungsprozess, und damit der Übergang in Phase III, ist im Oberdeutschen (und Ostmitteldeutschen) um 1500 (fast) abgeschlossen, im Westmitteldeutschen um 1700 (vgl. Pensel 1981). Vor seiner endgültigen Ablösung tritt der Altnegator auffällig häufi g in Ver- bindung mit Modalverben auf. Nach Pensel (1981: 312) http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichte de Gruyter

Zum Stand des Jespersen-Zyklus im Nibelungenlied (HS A): Starke und schwache negativ-polare Elemente

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References (2)

Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © by Walter de Gruyter GmbH
ISSN
1869-7046
eISSN
1869-7046
DOI
10.1515/9783110236620.284
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Abstract

Renata Szczepaniak (Hamburg) Zum Stand des Jespersen-Zyklus im Nibelungenlied (HS A): Starke und schwache negativ-polare Elemente 1. Einleitung Im Mittelhochdeutschen spielt sich die entscheidende Phase des sog. Jespersen-Zyklus ab (vgl. Behaghel 1918, Donhauser 1996, 1998, Lenz 1996, Jäger 2005, 2008): Geht man von drei Stufen der formalen Erneue- rung des Verbalnegators aus, in der die Satznegation in Phase I mit einem selbstständigen preverbalen Negator (ahd. ni) realisiert, in Phase II durch einen neuen Negator (mhd. niht) erweitert und in Phase III durch den verselbstständigten neuen Negator (nhd. nicht) ausgedrückt wird, so fi ndet im Mittelhochdeutschen ein Quantensprung im Bereich der Satznegation statt: In einer sehr kurzen und instabilen Phase II setzt sich der neue Negator niht durch (vgl. Breitbarth 2009). Die Ablösung des alten Nega- tors (ahd. ni > mhd. ne, en, n) ist damit schon im Mittelhochdeutschen besiegelt, so dass er im Oberdeutschen bereits im 13. Jh. selten ist (vgl. Lehmann 1978: 103). Der Ablösungsprozess, und damit der Übergang in Phase III, ist im Oberdeutschen (und Ostmitteldeutschen) um 1500 (fast) abgeschlossen, im Westmitteldeutschen um 1700 (vgl. Pensel 1981). Vor seiner endgültigen Ablösung tritt der Altnegator auffällig häufi g in Ver- bindung mit Modalverben auf. Nach Pensel (1981: 312)

Journal

Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichtede Gruyter

Published: Sep 15, 2011

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