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Weg ohne Ende? Zur Neuedition der Werke Gerson Sterns

Weg ohne Ende? Zur Neuedition der Werke Gerson Sterns ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 1 Hans Otto Horch »Wohin gehn wir, Vaterleben?« »Wir gehn nicht, wir wandern.« »Ist wandern weit?« Weit von wo (Lontano da dove) ließe sich fragen, und wäre damit bei Claudio Magris, der unter diesem Titel der verlorenen Welt des Ostjudentums ein bemerkenswertes Buch gewidmet hat.1 Die Formel >Weit von wo< ­ eine Art Erkennungszeichen der Juden im Exil ­ entstammt einer unter Emigranten erzählten Geschichte, die Peter Szondi 1955 in seinem Nachwort zu Walter Benjamins Städtebildern überliefert hat: Damals erzählte man sich unter den Emigranten die Geschichte von dem Juden, der sich mit der Absicht trug, nach Uruguay auszuwandern, und der, als seine Freunde in Paris darüber erstaunten, dass er so weit weg wolle, die Frage stellte: »Weit von wo?«2 Der im Motto angeführte fiktive Dialog zwischen einem Vater und seinem kleinen Sohn datiert aus dem Jahr 1745, als Kaiserin Maria Theresia die Juden aus Prag vertreiben ließ. Er findet sich in einem historischen Erzählwerk von Gerson Stern, das 1934 erschienen ist und für die jüdische Erzählliteratur im nationalsozialistischen Deutschland als exemplarisch gelten kann: Weg ohne Ende. Ein jüdischer Roman. Der jüdische Verleger Erich Reiss hatte damit http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas de Gruyter

Weg ohne Ende? Zur Neuedition der Werke Gerson Sterns

Aschkenas , Volume 17 (1) – Jan 1, 2009

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 by the
ISSN
1016-4987
eISSN
1865-9438
DOI
10.1515/ASCH.2009.285
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Abstract

ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 1 Hans Otto Horch »Wohin gehn wir, Vaterleben?« »Wir gehn nicht, wir wandern.« »Ist wandern weit?« Weit von wo (Lontano da dove) ließe sich fragen, und wäre damit bei Claudio Magris, der unter diesem Titel der verlorenen Welt des Ostjudentums ein bemerkenswertes Buch gewidmet hat.1 Die Formel >Weit von wo< ­ eine Art Erkennungszeichen der Juden im Exil ­ entstammt einer unter Emigranten erzählten Geschichte, die Peter Szondi 1955 in seinem Nachwort zu Walter Benjamins Städtebildern überliefert hat: Damals erzählte man sich unter den Emigranten die Geschichte von dem Juden, der sich mit der Absicht trug, nach Uruguay auszuwandern, und der, als seine Freunde in Paris darüber erstaunten, dass er so weit weg wolle, die Frage stellte: »Weit von wo?«2 Der im Motto angeführte fiktive Dialog zwischen einem Vater und seinem kleinen Sohn datiert aus dem Jahr 1745, als Kaiserin Maria Theresia die Juden aus Prag vertreiben ließ. Er findet sich in einem historischen Erzählwerk von Gerson Stern, das 1934 erschienen ist und für die jüdische Erzählliteratur im nationalsozialistischen Deutschland als exemplarisch gelten kann: Weg ohne Ende. Ein jüdischer Roman. Der jüdische Verleger Erich Reiss hatte damit

Journal

Aschkenasde Gruyter

Published: Jan 1, 2009

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