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Ungleichheiten als Chance? Jüdinnen und das jüdische Ehegüterrecht in Norm und Praxis

Ungleichheiten als Chance? Jüdinnen und das jüdische Ehegüterrecht in Norm und Praxis ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 2 Birgit E. Klein Ungleichheiten als Chance? Jüdinnen und das jüdische Ehegüterrecht in Norm und Praxis Nach der jüdischen Rechtsnorm der Antike und des Mittelalters war die Mitgift der Frau während der Ehe nur unzulänglich geschützt. Dieser Befund unterscheidet sich nicht wesentlich von den nichtjüdischen Güterrechten, die im Mittelalter überwiegend eine Gütergemeinschaft mit gemeinschaftlicher Schuldenhaftung auf der Grundlage des gesamten Vermögens, die Mitgift der Frau eingeschlossen, vorsahen. Dieses weitgehend einheitliche Bild änderte sich, als seit dem Ende des Mittelalters mit der Rezeption des römischen Rechts in Deutschland auch römisch-rechtliche Normen des Ehegüterrechts Eingang in Rechtssetzung und Gerichtsbarkeit fanden. Im Folgenden werden zunächst die grundlegenden Bestimmungen zur Mitgift im jüdischen und römischen Recht aufgezeigt und dann dargestellt, wie zum einen Jüdinnen die römisch-rechtlichen Mitgiftprivilegien unter Berufung auf ihre rechtliche >Gleichstellung< mit Christinnen für sich in Anspruch genommen haben und wie zum anderen ihren Forderungen von obrigkeitlicher Seite mit Hinweis auf ihre rechtliche >Ungleichheit< begegnet wurde. Die Untersuchung konzentriert sich auf Frankfurt am Main, da diese Stadt nicht nur die größte jüdische Gemeinde im Westen des Heiligen Römischen Reiches beherbergte, sondern auch eine der Vorreiterinnen der Rezeption römischen Rechts http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas de Gruyter

Ungleichheiten als Chance? Jüdinnen und das jüdische Ehegüterrecht in Norm und Praxis

Aschkenas , Volume 17 (2) – Feb 1, 2010

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2010 by the
ISSN
1016-4987
eISSN
1865-9438
DOI
10.1515/asch.2010.345
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Abstract

ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 2 Birgit E. Klein Ungleichheiten als Chance? Jüdinnen und das jüdische Ehegüterrecht in Norm und Praxis Nach der jüdischen Rechtsnorm der Antike und des Mittelalters war die Mitgift der Frau während der Ehe nur unzulänglich geschützt. Dieser Befund unterscheidet sich nicht wesentlich von den nichtjüdischen Güterrechten, die im Mittelalter überwiegend eine Gütergemeinschaft mit gemeinschaftlicher Schuldenhaftung auf der Grundlage des gesamten Vermögens, die Mitgift der Frau eingeschlossen, vorsahen. Dieses weitgehend einheitliche Bild änderte sich, als seit dem Ende des Mittelalters mit der Rezeption des römischen Rechts in Deutschland auch römisch-rechtliche Normen des Ehegüterrechts Eingang in Rechtssetzung und Gerichtsbarkeit fanden. Im Folgenden werden zunächst die grundlegenden Bestimmungen zur Mitgift im jüdischen und römischen Recht aufgezeigt und dann dargestellt, wie zum einen Jüdinnen die römisch-rechtlichen Mitgiftprivilegien unter Berufung auf ihre rechtliche >Gleichstellung< mit Christinnen für sich in Anspruch genommen haben und wie zum anderen ihren Forderungen von obrigkeitlicher Seite mit Hinweis auf ihre rechtliche >Ungleichheit< begegnet wurde. Die Untersuchung konzentriert sich auf Frankfurt am Main, da diese Stadt nicht nur die größte jüdische Gemeinde im Westen des Heiligen Römischen Reiches beherbergte, sondern auch eine der Vorreiterinnen der Rezeption römischen Rechts

Journal

Aschkenasde Gruyter

Published: Feb 1, 2010

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