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Strategien gegen Ungleichheiten in Ehe, Recht und Beruf: Jüdische Frauen im vormodernen Aschkenas

Strategien gegen Ungleichheiten in Ehe, Recht und Beruf: Jüdische Frauen im vormodernen Aschkenas ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 2 Strategien gegen Ungleichheiten in Ehe, Recht und Beruf: Blickt ein Nicht-Jude in ein jüdisches Gebetbuch (siddur), löst die folgende Stelle im täglichen Morgengebet sicherlich zunächst Befremden aus. Einer derjenigen Lobsprüche, die Männern vorbehalten sind, lautet dort:1 . , »Gelobt seist Du Ewiger, unser Gott, König der Welt, der mich nicht als Weib erschaffen hat.« Der frauenfeindliche Eindruck scheint sich zu bestätigen, wenn man sich den Lobspruch anschaut, den eine Frau an dieser Stelle zu beten hat: , »Gelobt seist Du Ewiger, unser Gott, König der Welt, der mich nach seinem Willen erschaffen hat.« Der Hintergrund dieser beiden Lobsprüche ist die unterschiedliche Verteilung religiöser Pflichten für Mann und Frau im Judentum. Die Unterscheidung in zeitabhängige und zeitunabhängige Gebote und die Tatsache, dass eine jüdische Frau von der Ausübung der zeitabhängigen Gebote befreit ist, begründet den Ausschluss des weiblichen Geschlechts von öffentlichen religiösen Pflichten.2 Das macht den Lobspruch des Mannes, der dieses Mehr an Verpflichtungen nicht als Bürde, sondern als Auszeichnung versteht, verständlich. Doch das ist nur eine Erklärung von vielen; denn über die Art und Weise, wie Gott im Schöpfungsakt Mann und Frau verschieden gestaltet und mit http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas de Gruyter

Strategien gegen Ungleichheiten in Ehe, Recht und Beruf: Jüdische Frauen im vormodernen Aschkenas

Aschkenas , Volume 17 (2) – Feb 1, 2010

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2010 by the
ISSN
1016-4987
eISSN
1865-9438
DOI
10.1515/asch.2010.315
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Abstract

ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 2 Strategien gegen Ungleichheiten in Ehe, Recht und Beruf: Blickt ein Nicht-Jude in ein jüdisches Gebetbuch (siddur), löst die folgende Stelle im täglichen Morgengebet sicherlich zunächst Befremden aus. Einer derjenigen Lobsprüche, die Männern vorbehalten sind, lautet dort:1 . , »Gelobt seist Du Ewiger, unser Gott, König der Welt, der mich nicht als Weib erschaffen hat.« Der frauenfeindliche Eindruck scheint sich zu bestätigen, wenn man sich den Lobspruch anschaut, den eine Frau an dieser Stelle zu beten hat: , »Gelobt seist Du Ewiger, unser Gott, König der Welt, der mich nach seinem Willen erschaffen hat.« Der Hintergrund dieser beiden Lobsprüche ist die unterschiedliche Verteilung religiöser Pflichten für Mann und Frau im Judentum. Die Unterscheidung in zeitabhängige und zeitunabhängige Gebote und die Tatsache, dass eine jüdische Frau von der Ausübung der zeitabhängigen Gebote befreit ist, begründet den Ausschluss des weiblichen Geschlechts von öffentlichen religiösen Pflichten.2 Das macht den Lobspruch des Mannes, der dieses Mehr an Verpflichtungen nicht als Bürde, sondern als Auszeichnung versteht, verständlich. Doch das ist nur eine Erklärung von vielen; denn über die Art und Weise, wie Gott im Schöpfungsakt Mann und Frau verschieden gestaltet und mit

Journal

Aschkenasde Gruyter

Published: Feb 1, 2010

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