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Schrift zwischen Sprachen. Deutsch in hebräischen Lettern (1765–1820)

Schrift zwischen Sprachen. Deutsch in hebräischen Lettern (1765–1820) ASCHKENAS – Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 18/19 2008/2009, H. 2 Thomas Kollatz Schrift zwischen Sprachen Deutsch in hebräischen Lettern (1765 – 1820) Sprachen der Juden gelten sowohl als Indikator der Assimilation an die nichtjüdische Mehrheit als auch der kulturellen Selbstbehauptung in transkulturellen Prozessen. Die Sprachen innerjüdischer Kommunikation in Aschkenas waren Jiddisch und Hebräisch, im Kontakt mit Nichtjuden wurde die deutsche Sprache mit ihren zahlreichen Dialekten verwendet. Doch gegen Ende des 18. Jahrhunderts drang die deutsche Sprache zunehmend auch in den Binnendiskurs ein.1 Deutsch-jüdische Autoren konnten in Deutschland im Laufe des 18. Jahrhunderts bis weit ins 19. Jahrhundert hinein aus einer Vielzahl Sprach- und Schriftoptionen schöpfen: Hebräisch, Jiddisch, Deutsch standen für die mündliche und schriftliche Kommunikation zur Verfügung; gesetzt wurde in hebräischen, »wajberdajtschen«, lateinischen oder gotischen Lettern; innerhalb eines Werkes konnten wechselnde hebräische Schrifttypen verschiedene Textgattungen markieren.2 Diese Gleichzeitigkeit verschiedener Sprach- und Schriftsysteme begünstigte einen am jeweiligen Adressatenkreis orientierten Gebrauch von Sprachen, Schriften und Letterntypen. Eine bislang wenig beachtete Zwischenform in dieser bunten Sprach- und Schriftpalette an der Schwelle zur Moderne stellt das Deutsche in hebräischen Lettern dar – eine Transkription des Deutschen ins Hebräische, in der das Diese Asymmetrie im Sprachdiskurs beschreibt u. a. Christoph http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas de Gruyter

Schrift zwischen Sprachen. Deutsch in hebräischen Lettern (1765–1820)

Aschkenas , Volume (2) – Dec 1, 2010

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2010 by the
ISSN
1016-4987
eISSN
1865-9438
DOI
10.1515/asch.2009.022
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Abstract

ASCHKENAS – Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 18/19 2008/2009, H. 2 Thomas Kollatz Schrift zwischen Sprachen Deutsch in hebräischen Lettern (1765 – 1820) Sprachen der Juden gelten sowohl als Indikator der Assimilation an die nichtjüdische Mehrheit als auch der kulturellen Selbstbehauptung in transkulturellen Prozessen. Die Sprachen innerjüdischer Kommunikation in Aschkenas waren Jiddisch und Hebräisch, im Kontakt mit Nichtjuden wurde die deutsche Sprache mit ihren zahlreichen Dialekten verwendet. Doch gegen Ende des 18. Jahrhunderts drang die deutsche Sprache zunehmend auch in den Binnendiskurs ein.1 Deutsch-jüdische Autoren konnten in Deutschland im Laufe des 18. Jahrhunderts bis weit ins 19. Jahrhundert hinein aus einer Vielzahl Sprach- und Schriftoptionen schöpfen: Hebräisch, Jiddisch, Deutsch standen für die mündliche und schriftliche Kommunikation zur Verfügung; gesetzt wurde in hebräischen, »wajberdajtschen«, lateinischen oder gotischen Lettern; innerhalb eines Werkes konnten wechselnde hebräische Schrifttypen verschiedene Textgattungen markieren.2 Diese Gleichzeitigkeit verschiedener Sprach- und Schriftsysteme begünstigte einen am jeweiligen Adressatenkreis orientierten Gebrauch von Sprachen, Schriften und Letterntypen. Eine bislang wenig beachtete Zwischenform in dieser bunten Sprach- und Schriftpalette an der Schwelle zur Moderne stellt das Deutsche in hebräischen Lettern dar – eine Transkription des Deutschen ins Hebräische, in der das Diese Asymmetrie im Sprachdiskurs beschreibt u. a. Christoph

Journal

Aschkenasde Gruyter

Published: Dec 1, 2010

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