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Märtyrer der Reformation? Die ersten Prediger in Polen

Märtyrer der Reformation? Die ersten Prediger in Polen Von Maciej Ptaszyński I. Woran Johannes Amandi (Amandus) glaubte und was er predigte, ist heute nicht mehr bekannt, aber der Westfale genoss den Ruf eines guten Predigers. In den frühen 1520er Jahren war er im Umkreis des jungen Luther als Predi - ger aktiv, so dass der Reformator sich entschied, ihn 1523 nach Königsberg zu schicken. Die Hauptstadt des Ordenslandes musste er aber wegen seines „leidenschaftlichen Strafernsts“ und Meinungsverschiedenheiten mit den später berühmten Reformatoren Preußens, Johann Brießmann und Paul Speratus, verlassen. Er machte sich entlang der Ostseeküste auf den Weg zurück nach Westen, mit dem Ziel Wittenberg. Als er in der Stadt Danzig ankam, wurde er sofort festgenommen und durch den Stadtrat, der über seine Predigttätigkeit informiert war, verhört. Unter Berufung auf die antilutherische Gesetzgebung des polnischen Königs wurde der Prediger aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Amandi berichtete in einem Brief über sein Verhör vor dem Stadtrat: Immer dann, wenn der Name des Königs ausgesprochen wurde, seien die Stadträte aufgestanden und hätten sich verbeugt, „wie die Mönche, wenn man einen Scheffel Roggen gibt“. Der Prediger wanderte also weiter Richtung Westen, 1. Hugo Duensing, „Amandus, Johannes“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), 240, http:// www.deutsche-biographie.de/pnd133860833.html (letztes Abrufdatum: 5.3.2016); Peter Meier, http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Archiv für Reformationsgeschichte - Archive for Reformation History de Gruyter

Märtyrer der Reformation? Die ersten Prediger in Polen

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Publisher
de Gruyter
Copyright
© 2018 by Gütersloher Verlagshaus
eISSN
2198-0489
DOI
10.14315/arg-2018-1090107
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Abstract

Von Maciej Ptaszyński I. Woran Johannes Amandi (Amandus) glaubte und was er predigte, ist heute nicht mehr bekannt, aber der Westfale genoss den Ruf eines guten Predigers. In den frühen 1520er Jahren war er im Umkreis des jungen Luther als Predi - ger aktiv, so dass der Reformator sich entschied, ihn 1523 nach Königsberg zu schicken. Die Hauptstadt des Ordenslandes musste er aber wegen seines „leidenschaftlichen Strafernsts“ und Meinungsverschiedenheiten mit den später berühmten Reformatoren Preußens, Johann Brießmann und Paul Speratus, verlassen. Er machte sich entlang der Ostseeküste auf den Weg zurück nach Westen, mit dem Ziel Wittenberg. Als er in der Stadt Danzig ankam, wurde er sofort festgenommen und durch den Stadtrat, der über seine Predigttätigkeit informiert war, verhört. Unter Berufung auf die antilutherische Gesetzgebung des polnischen Königs wurde der Prediger aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Amandi berichtete in einem Brief über sein Verhör vor dem Stadtrat: Immer dann, wenn der Name des Königs ausgesprochen wurde, seien die Stadträte aufgestanden und hätten sich verbeugt, „wie die Mönche, wenn man einen Scheffel Roggen gibt“. Der Prediger wanderte also weiter Richtung Westen, 1. Hugo Duensing, „Amandus, Johannes“, in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), 240, http:// www.deutsche-biographie.de/pnd133860833.html (letztes Abrufdatum: 5.3.2016); Peter Meier,

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Archiv für Reformationsgeschichte - Archive for Reformation Historyde Gruyter

Published: Sep 1, 2018

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