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Konstruktionen und Imaginationen vom Heiligen Land im deutschen Judentum. Berichte von unterwegs

Konstruktionen und Imaginationen vom Heiligen Land im deutschen Judentum. Berichte von unterwegs ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 1 Joachim Schlör Konstruktionen und Imaginationen vom Heiligen Land im deutschen Judentum Berichte von unterwegs »Ich sehe dich also wieder, Land der uralten Verheißung. Denn ein Wiedersehen ist es doch wohl, wenn ein Jude auch nur zum erstenmale die heiligen Stätten besucht.«1 Rabbiner Armand Kaminka kann, in einem 1913 erschienenen Reisebericht, ganz unverbraucht vom »wohlvertrauten Elternhaus« reden, das Erez Israel für jeden Juden darstelle ­ denn er besucht es eben wie ein Elternhaus, von dem sich ein erwachsener Mensch doch in aller Regel gelöst hat. Kaminkas Porträt der entstehenden Pioniergesellschaft in Palästina schwankt zwischen Begeisterung und Distanz, aber es gelingt ihm doch eine sehr lesbare Darstellung dieser einschneidenden Erfahrung: »So haben viele begeisterungsfähige jüdische Jünglinge, der Religion entfremdet, aber instinktiv zum Judentum zurückstrebend und mit modernen Kulturgedanken in dessen Dienst tretend, das >Land< als Weg der Rettung entdeckt und zur politischen Parole gemacht.« So kann man wohl zusammenfassen, was geschehen ist. Kaminka nennt, was er selbst mit einiger Distanz sieht, eine Verankerung des Judentums in der Wirklichkeit, die sich in diesem neuen ­ und für ihn höchst seltsamen ­ »zentralen Reservoir« vollzieht. Für uns bleibt das Stichwort http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas de Gruyter

Konstruktionen und Imaginationen vom Heiligen Land im deutschen Judentum. Berichte von unterwegs

Aschkenas , Volume 17 (1) – Jan 1, 2009

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 by the
ISSN
1016-4987
eISSN
1865-9438
DOI
10.1515/ASCH.2009.167
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Abstract

ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 1 Joachim Schlör Konstruktionen und Imaginationen vom Heiligen Land im deutschen Judentum Berichte von unterwegs »Ich sehe dich also wieder, Land der uralten Verheißung. Denn ein Wiedersehen ist es doch wohl, wenn ein Jude auch nur zum erstenmale die heiligen Stätten besucht.«1 Rabbiner Armand Kaminka kann, in einem 1913 erschienenen Reisebericht, ganz unverbraucht vom »wohlvertrauten Elternhaus« reden, das Erez Israel für jeden Juden darstelle ­ denn er besucht es eben wie ein Elternhaus, von dem sich ein erwachsener Mensch doch in aller Regel gelöst hat. Kaminkas Porträt der entstehenden Pioniergesellschaft in Palästina schwankt zwischen Begeisterung und Distanz, aber es gelingt ihm doch eine sehr lesbare Darstellung dieser einschneidenden Erfahrung: »So haben viele begeisterungsfähige jüdische Jünglinge, der Religion entfremdet, aber instinktiv zum Judentum zurückstrebend und mit modernen Kulturgedanken in dessen Dienst tretend, das >Land< als Weg der Rettung entdeckt und zur politischen Parole gemacht.« So kann man wohl zusammenfassen, was geschehen ist. Kaminka nennt, was er selbst mit einiger Distanz sieht, eine Verankerung des Judentums in der Wirklichkeit, die sich in diesem neuen ­ und für ihn höchst seltsamen ­ »zentralen Reservoir« vollzieht. Für uns bleibt das Stichwort

Journal

Aschkenasde Gruyter

Published: Jan 1, 2009

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