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Kommentar

Kommentar ASCHKENAS – Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 18/19 2008/2009, H. 2 Manfred Voigts Zunächst möchte ich auf die besonderen Vorzüge der Ausführungen von Till Schicketanz eingehen und anschließend einige Bemerkungen zur allgemeinen Einordnung der Kunstwart-Debatte machen. Der Autor präsentiert bisher unerschlossenes Material. Das erinnert daran, dass das ganze Ausmaß jener Debatte nicht dokumentiert und nicht erforscht ist. Das betrifft einerseits die damals aktuelle Diskussion, andererseits aber auch die vielen verstreuten Hinweise auf die längerfristige Auseinandersetzung, die sich vor allem in Erinnerungen Beteiligter niedergeschlagen hat. Erstmals ist hier auch die Nähe Goldsteins zum Kunstwart angesprochen, ein Thema, das problematisch ist, weil der Herausgeber dieser bildungsbürgerlichen Zeitschrift, die eine erstaunliche Verbreitung hatte, latent antijüdische Positionen vertrat. Das, was Goldstein forderte, die Trennung des Jüdischen vom Deutschen, wurde auch von deutsch-völkisch Gesinnten gefordert, z. B. von Wilhelm Stapel, der damals beim Kunstwart arbeitete, und später von Hans Blüher in Secessio Judaica (1922). Anzumerken ist an dieser Stelle, dass Stapel den Begriff der »deutsch-jüdischen Symbiose« geprägt hat, um die Selbständigkeit der beiden Komponenten, Deutsche und Juden, festzustellen im Gegensatz zu dem Begriff der Assimilation, der keine Trennung mehr erlaubte. Ganz besonders ist dem Autor zu danken, dass er deutlich ausspricht, http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2010 by the
ISSN
1016-4987
eISSN
1865-9438
DOI
10.1515/asch.2009.015
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Abstract

ASCHKENAS – Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 18/19 2008/2009, H. 2 Manfred Voigts Zunächst möchte ich auf die besonderen Vorzüge der Ausführungen von Till Schicketanz eingehen und anschließend einige Bemerkungen zur allgemeinen Einordnung der Kunstwart-Debatte machen. Der Autor präsentiert bisher unerschlossenes Material. Das erinnert daran, dass das ganze Ausmaß jener Debatte nicht dokumentiert und nicht erforscht ist. Das betrifft einerseits die damals aktuelle Diskussion, andererseits aber auch die vielen verstreuten Hinweise auf die längerfristige Auseinandersetzung, die sich vor allem in Erinnerungen Beteiligter niedergeschlagen hat. Erstmals ist hier auch die Nähe Goldsteins zum Kunstwart angesprochen, ein Thema, das problematisch ist, weil der Herausgeber dieser bildungsbürgerlichen Zeitschrift, die eine erstaunliche Verbreitung hatte, latent antijüdische Positionen vertrat. Das, was Goldstein forderte, die Trennung des Jüdischen vom Deutschen, wurde auch von deutsch-völkisch Gesinnten gefordert, z. B. von Wilhelm Stapel, der damals beim Kunstwart arbeitete, und später von Hans Blüher in Secessio Judaica (1922). Anzumerken ist an dieser Stelle, dass Stapel den Begriff der »deutsch-jüdischen Symbiose« geprägt hat, um die Selbständigkeit der beiden Komponenten, Deutsche und Juden, festzustellen im Gegensatz zu dem Begriff der Assimilation, der keine Trennung mehr erlaubte. Ganz besonders ist dem Autor zu danken, dass er deutlich ausspricht,

Journal

Aschkenasde Gruyter

Published: Dec 1, 2010

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