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Kleinere Beiträge

Kleinere Beiträge ASCHKENAS - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 7/1997, H. 2 MICHAEL OBERWEIS Übersetzungsprobleme in den hebräischen Kreuzzugsberichten L Die Übertragung christlicher Sakralterminologie ins Hebräische Im Auftrag der "Historischen Commission für Geschichte der Juden in Deutschland" erschien 1892 eine Sammlung hebräischer Berichte über Judenverfolgungen während der ersten drei Kreuzzüge.1 Für den editorischen Teil zeichnete Moritz Stern (unter Mitarbeit Adolf Neubauers) verantwortlich;2 Seligmann Baer steuerte eine deutsche Übersetzung bei. Gerade diese Übersetzung erfreut sich bis heute großer Beliebtheit, denn sie eröffnet auch Forschern, die den Originaltext nicht lesen können, einen Zugang zu jenen wichtigen Quellen. Dabei werden die zahlreichen Irrtümer und Mißverständnisse Baers nicht selten ungeprüft übernommen. Selbst ein renommierter Mediävist wie Harry Bresslau ließ sich bei seinen quellenkritischen Erörterungen3 von Übersetzungsfehlern in die Irre führen. Ismar Elbogen nahm dies zum Anlaß, eine Neuausgabe der Kreuzzugsberichte "in einer den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechenden Form" vorzuschlagen.4 Schon 1893 hatte Nathan Porges eine umfängliche Errata-Liste vorgelegt, die teils dem hebräischen Text, teils der deutschen Übersetzung galt.5 Insgesamt beurteilte Porges die Leistung Baers etwas freundlicher als die des Herausgebers Stern: "La traduction allemande [...] laisse moins a desirer. Elle est les plus souvent exacte, mais on trouve encore trop d'erreurs et 1 http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
ISSN
1016-4987
eISSN
1016-4987
DOI
10.1515/asch.1997.7.2.441
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Abstract

ASCHKENAS - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 7/1997, H. 2 MICHAEL OBERWEIS Übersetzungsprobleme in den hebräischen Kreuzzugsberichten L Die Übertragung christlicher Sakralterminologie ins Hebräische Im Auftrag der "Historischen Commission für Geschichte der Juden in Deutschland" erschien 1892 eine Sammlung hebräischer Berichte über Judenverfolgungen während der ersten drei Kreuzzüge.1 Für den editorischen Teil zeichnete Moritz Stern (unter Mitarbeit Adolf Neubauers) verantwortlich;2 Seligmann Baer steuerte eine deutsche Übersetzung bei. Gerade diese Übersetzung erfreut sich bis heute großer Beliebtheit, denn sie eröffnet auch Forschern, die den Originaltext nicht lesen können, einen Zugang zu jenen wichtigen Quellen. Dabei werden die zahlreichen Irrtümer und Mißverständnisse Baers nicht selten ungeprüft übernommen. Selbst ein renommierter Mediävist wie Harry Bresslau ließ sich bei seinen quellenkritischen Erörterungen3 von Übersetzungsfehlern in die Irre führen. Ismar Elbogen nahm dies zum Anlaß, eine Neuausgabe der Kreuzzugsberichte "in einer den wissenschaftlichen Anforderungen entsprechenden Form" vorzuschlagen.4 Schon 1893 hatte Nathan Porges eine umfängliche Errata-Liste vorgelegt, die teils dem hebräischen Text, teils der deutschen Übersetzung galt.5 Insgesamt beurteilte Porges die Leistung Baers etwas freundlicher als die des Herausgebers Stern: "La traduction allemande [...] laisse moins a desirer. Elle est les plus souvent exacte, mais on trouve encore trop d'erreurs et 1

Journal

Aschkenas - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Judende Gruyter

Published: Jan 1, 1997

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