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Kleider auf Reisen. »Nachahmung« und Transkulturation in Isaac Euchels Briefen des Meschullam

Kleider auf Reisen. »Nachahmung« und Transkulturation in Isaac Euchels Briefen des Meschullam ASCHKENAS – Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 18/19 2008/2009, H. 2 Andrea Schatz Kleider auf Reisen »Nachahmung« und Transkulturation in Isaac Euchels Briefen des Meschullam Im Jahr 1784 unternahm Isaac Abraham Euchel (1756 – 1804), damals Privatlehrer in Königsberg und Herausgeber der jüdisch-aufklärerischen Zeitschrift Ha-Me’assef, eine Reise nach Kopenhagen, seiner Geburtsstadt.1 Nach seiner Rückkehr, zu Beginn des Jahres 1785, veröffentlichte er im Me’assef einen Reisebrief, gerichtet an seinen Schüler Michel Friedländer, datiert auf den 22. Ijjar 544 (1784), in dem er einleitend über das Reisen selbst bemerkt: Wisse, mein Sohn […], dass nicht alle Reisenden dasselbe Ziel verfolgen. Die einen reisen, um zu sehen, die anderen, um gesehen zu werden. Dieser reist, um ein Vermögen anzuhäufen, jener um sich zu zerstreuen. […] Dieser wacht an den Türen [Spr 8,34] der Gelehrten jeder Stadt, um ihre verborgenen Bücherschätze, ihre Naturaliensammlungen, die Arbeit der Hände des Künstlers und sinniges Werk aufmerksam zu studieren; jener geht zu den Türen der Schneider und den Märkten der Kleinhändler, um die Veränderungen der Kleider, Hauben und Halbmonde und die Schönheit der Fußkettchen [Jes 3,18] genau zu betrachten. Dieser erforscht die Eigenheit jeder Stadt, die Lage ihrer Bewohner und die Mittel, mit denen http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas de Gruyter

Kleider auf Reisen. »Nachahmung« und Transkulturation in Isaac Euchels Briefen des Meschullam

Aschkenas , Volume (2) – Dec 1, 2010

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2010 by the
ISSN
1016-4987
eISSN
1865-9438
DOI
10.1515/asch.2009.020
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Abstract

ASCHKENAS – Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 18/19 2008/2009, H. 2 Andrea Schatz Kleider auf Reisen »Nachahmung« und Transkulturation in Isaac Euchels Briefen des Meschullam Im Jahr 1784 unternahm Isaac Abraham Euchel (1756 – 1804), damals Privatlehrer in Königsberg und Herausgeber der jüdisch-aufklärerischen Zeitschrift Ha-Me’assef, eine Reise nach Kopenhagen, seiner Geburtsstadt.1 Nach seiner Rückkehr, zu Beginn des Jahres 1785, veröffentlichte er im Me’assef einen Reisebrief, gerichtet an seinen Schüler Michel Friedländer, datiert auf den 22. Ijjar 544 (1784), in dem er einleitend über das Reisen selbst bemerkt: Wisse, mein Sohn […], dass nicht alle Reisenden dasselbe Ziel verfolgen. Die einen reisen, um zu sehen, die anderen, um gesehen zu werden. Dieser reist, um ein Vermögen anzuhäufen, jener um sich zu zerstreuen. […] Dieser wacht an den Türen [Spr 8,34] der Gelehrten jeder Stadt, um ihre verborgenen Bücherschätze, ihre Naturaliensammlungen, die Arbeit der Hände des Künstlers und sinniges Werk aufmerksam zu studieren; jener geht zu den Türen der Schneider und den Märkten der Kleinhändler, um die Veränderungen der Kleider, Hauben und Halbmonde und die Schönheit der Fußkettchen [Jes 3,18] genau zu betrachten. Dieser erforscht die Eigenheit jeder Stadt, die Lage ihrer Bewohner und die Mittel, mit denen

Journal

Aschkenasde Gruyter

Published: Dec 1, 2010

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