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Historische Semantik und die Ausgliederung der Romania. Zur Neubewertung der Expressivität

Historische Semantik und die Ausgliederung der Romania. Zur Neubewertung der Expressivität Edgar Radtke (Heidelberg) Historische Semantik und die Ausgliederung der Romania. Zur Neubewertung der Expressivität 1. Vorbemerkung: Die Sonderstellung der Romanistik Im Gegensatz zur Germanistik defi niert sich die Romanistik als historische Sprachwissenschaft, da letztere sich im Gegensatz zur ersteren auf einer schriftsprachlich bestens dokumentierte Vorstufe beruft, nämlich auf das Lateinische, während das Germanische weitestgehend rekonstruiert wer- den muss: Romanisch < Latein Deutsch < *Germanisch Für Sprachwandelprobleme jedweder Art stellt die Romanistik ein relativ sicheres Netz von der Kontinuität vom Lateinischen zu den romanischen Sprachen dar. Der bei Sprachwandelphänomenen anzutreffende spekula- tive Anteil fällt somit im Vergleich zu anderen europäischen Nationalphi- lologien äußerst gering aus (Lüdtke 2009). In diesem Zusammenhang macht die historische Semantik ein ob- ligatorisches Fundament der romanischen Sprachwissenschaft aus. Die Verschriftlichung des Lateins durch die Alphabetisierungsklammer vom Etruskischen und Griechischen, in der das Lateinische von Rom ausge- hend Fuß fasst, garantiert eine exzellente Rekonstruktionsbasis. In der Fachgeschichte erklärt dieser Umstand auch die bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts in der universitären Lehre anzutreffende Gleichset- zung von Sprachwissenschaft mit Altfranzösisch, Altspanisch usw. Die nicht-historisch orientierte Sprachwissenschaft ist von daher in der Ro- manistik erst spät in Gang gekommen. Selbst synchrone Beschreibungs- methoden wie die Sprachgeographie haben http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichte de Gruyter

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © by Walter de Gruyter GmbH
ISSN
1869-7046
eISSN
1869-7046
DOI
10.1515/9783110236620.157
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Abstract

Edgar Radtke (Heidelberg) Historische Semantik und die Ausgliederung der Romania. Zur Neubewertung der Expressivität 1. Vorbemerkung: Die Sonderstellung der Romanistik Im Gegensatz zur Germanistik defi niert sich die Romanistik als historische Sprachwissenschaft, da letztere sich im Gegensatz zur ersteren auf einer schriftsprachlich bestens dokumentierte Vorstufe beruft, nämlich auf das Lateinische, während das Germanische weitestgehend rekonstruiert wer- den muss: Romanisch < Latein Deutsch < *Germanisch Für Sprachwandelprobleme jedweder Art stellt die Romanistik ein relativ sicheres Netz von der Kontinuität vom Lateinischen zu den romanischen Sprachen dar. Der bei Sprachwandelphänomenen anzutreffende spekula- tive Anteil fällt somit im Vergleich zu anderen europäischen Nationalphi- lologien äußerst gering aus (Lüdtke 2009). In diesem Zusammenhang macht die historische Semantik ein ob- ligatorisches Fundament der romanischen Sprachwissenschaft aus. Die Verschriftlichung des Lateins durch die Alphabetisierungsklammer vom Etruskischen und Griechischen, in der das Lateinische von Rom ausge- hend Fuß fasst, garantiert eine exzellente Rekonstruktionsbasis. In der Fachgeschichte erklärt dieser Umstand auch die bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts in der universitären Lehre anzutreffende Gleichset- zung von Sprachwissenschaft mit Altfranzösisch, Altspanisch usw. Die nicht-historisch orientierte Sprachwissenschaft ist von daher in der Ro- manistik erst spät in Gang gekommen. Selbst synchrone Beschreibungs- methoden wie die Sprachgeographie haben

Journal

Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichtede Gruyter

Published: Sep 15, 2011

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