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Elena Višlenkova / Andreas Renner (Eds.), Istorija mediciny i medicinskoj geografii v Rossijskoj imperii (Die Geschichte der Medizin und der medizinischen Geografie im Russländischen Imperium). Moskau, Izdatel’stvo AO «Šiko» 2021

Elena Višlenkova / Andreas Renner (Eds.), Istorija mediciny i medicinskoj geografii v Rossijskoj... In den letzten zwei Jahrzehnten ist eine enorme, kaum zu überblickende Menge an Literatur erschienen, die im Kielwasser der new imperial history und der postcolonial studies Imperien als hybride, dezentrierte und im andauernden Modus der Selbstverhandlung befindliche Gebilde entwarf. Die ehemals passiven kolonialen Objekte erhielten Gesicht und Stimme und dadurch Subjektstatus, Metropolen und Peripherien beschreiben nun schon lange keine absoluten Gegensätze mehr, sondern lösen sich in je unterschiedliche imperiale oder auch koloniale Situationen mit unterschiedlichen Bewältigungsstrategien auf. Diese sehr komplexen und auf verschiedenen Ebenen teilweise gleichzeitig ablaufenden Prozesse generierten riesige Informationsbestände, aus denen die Zeitgenossen – aber auch die späteren Historikerinnen und Historiker – Wissen über das Imperium herstellen konnten, etwa über demografische Entwicklungen, soziale und religiöse Zugehörigkeiten oder ökonomische Verhältnisse, aber auch über Rasse, Klasse, Geschlecht und über spezifische Macht- und Verwaltungsinstrumente. Wissen über das Imperium reaktualisierte sich in einem beständigen Austausch zwischen den jeweils in sich heterogenen Akteuren der Ränder sowie der Zentren.Die vorliegende, insgesamt sieben Autorinnen und Autoren umfassende Kollektivmonografie reiht sich nun in diese neuere Forschungstradition ein. Mit der Ärzteschaft im Russländischen Reich rücken sie eine professionelle sowie soziale Kaste in den Fokus, die, so könnte man meinen, zunächst einmal wenig mit imperialen Aushandlungsprozessen, dafür http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Historische Zeitschrift de Gruyter

Elena Višlenkova / Andreas Renner (Eds.), Istorija mediciny i medicinskoj geografii v Rossijskoj imperii (Die Geschichte der Medizin und der medizinischen Geografie im Russländischen Imperium). Moskau, Izdatel’stvo AO «Šiko» 2021

Historische Zeitschrift , Volume 315 (3): 5 – Dec 1, 2022

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Publisher
de Gruyter
Copyright
© 2022 by Walter de Gruyter, Berlin/Boston
ISSN
2196-680X
eISSN
2196-680X
DOI
10.1515/hzhz-2022-1409
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Abstract

In den letzten zwei Jahrzehnten ist eine enorme, kaum zu überblickende Menge an Literatur erschienen, die im Kielwasser der new imperial history und der postcolonial studies Imperien als hybride, dezentrierte und im andauernden Modus der Selbstverhandlung befindliche Gebilde entwarf. Die ehemals passiven kolonialen Objekte erhielten Gesicht und Stimme und dadurch Subjektstatus, Metropolen und Peripherien beschreiben nun schon lange keine absoluten Gegensätze mehr, sondern lösen sich in je unterschiedliche imperiale oder auch koloniale Situationen mit unterschiedlichen Bewältigungsstrategien auf. Diese sehr komplexen und auf verschiedenen Ebenen teilweise gleichzeitig ablaufenden Prozesse generierten riesige Informationsbestände, aus denen die Zeitgenossen – aber auch die späteren Historikerinnen und Historiker – Wissen über das Imperium herstellen konnten, etwa über demografische Entwicklungen, soziale und religiöse Zugehörigkeiten oder ökonomische Verhältnisse, aber auch über Rasse, Klasse, Geschlecht und über spezifische Macht- und Verwaltungsinstrumente. Wissen über das Imperium reaktualisierte sich in einem beständigen Austausch zwischen den jeweils in sich heterogenen Akteuren der Ränder sowie der Zentren.Die vorliegende, insgesamt sieben Autorinnen und Autoren umfassende Kollektivmonografie reiht sich nun in diese neuere Forschungstradition ein. Mit der Ärzteschaft im Russländischen Reich rücken sie eine professionelle sowie soziale Kaste in den Fokus, die, so könnte man meinen, zunächst einmal wenig mit imperialen Aushandlungsprozessen, dafür

Journal

Historische Zeitschriftde Gruyter

Published: Dec 1, 2022

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