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Ein Ketzer in der Leibgarde des Borgia-Papstes (1501): Aus den Appellationen gegen die spanische Inquisition in den Registern der Poenitentiaria Apostolica 1478–1503

Ein Ketzer in der Leibgarde des Borgia-Papstes (1501): Aus den Appellationen gegen die spanische... Miscellaneum Ein Ketzer in der Leibgarde des Borgia-Papstes (1501): Aus den Appellationen gegen die spanische Inquisition in den Registern der Poenitentiaria Apostolica 1478–1503 Von Arnold Esch Im Jahre 1501 ging bei der Poenitentiaria Apostolica, dem höchsten Buß- und Gnadenamt der Kirche, ein Gesuch ein, das einmal nicht aus fernen Ländern derChristenheitkam,sondernausRomselbst,jaausdemGefolgedesPapstes. EinBaskeinRom,MartinusdeLandáburuausderStadtDurangoindernord- spanischen Diözese Calahorra, beklagte, die in seiner Heimat tätigen Inquisi- toren verdächtigten ihn früherer Häresie („tamquam suspectum de heresi re- troactis temporibus“) und lüden ihn vor, sich vor ihrem Tribunal zu rechtfertigen. So bittet er den Papst, der in der Supplik gleich fünfmal direkt angesprochen wird (das ist für solche Suppliken ganz ungewöhnlich), um Schutz vor dieser Verfolgung. Also eine der zahlreichen Appellationen an den Heiligen Stuhl, auf deren reichen Bestand im Folgenden hingewiesen werden soll – und doch ein besonderer Fall sogar in zweierlei Hinsicht: die Stellung dieses Manneszum Papst,und dieihm zurLast gelegte Häresie. Er sei ja Söldner Seiner Heiligkeit („stipendiarius Sanctitatis Vestre“), seit mehr als 10 Jahren aus der Heimat fort, und eben päpstlicher Söldner an der RömischenKurieundinSermoneta(„inRomanaCuriavelSermoneta“).Dass er neben Rom ausdrücklich Sermoneta nennt, gibt ihm noch größere Nähe zum engeren Kreis um den Borgia. Denn das feste Sermoneta, soeben den Caetanigenommen,übergabPapstAlexanderVI.ebendamals,1500,anseine Tochter Lucrezia als http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Archiv für Reformationsgeschichte - Archive for Reformation History de Gruyter

Ein Ketzer in der Leibgarde des Borgia-Papstes (1501): Aus den Appellationen gegen die spanische Inquisition in den Registern der Poenitentiaria Apostolica 1478–1503

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Publisher
de Gruyter
Copyright
© 2021 by Gütersloher Verlagshaus
eISSN
2198-0489
DOI
10.14315/arg-2021-1120115
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Abstract

Miscellaneum Ein Ketzer in der Leibgarde des Borgia-Papstes (1501): Aus den Appellationen gegen die spanische Inquisition in den Registern der Poenitentiaria Apostolica 1478–1503 Von Arnold Esch Im Jahre 1501 ging bei der Poenitentiaria Apostolica, dem höchsten Buß- und Gnadenamt der Kirche, ein Gesuch ein, das einmal nicht aus fernen Ländern derChristenheitkam,sondernausRomselbst,jaausdemGefolgedesPapstes. EinBaskeinRom,MartinusdeLandáburuausderStadtDurangoindernord- spanischen Diözese Calahorra, beklagte, die in seiner Heimat tätigen Inquisi- toren verdächtigten ihn früherer Häresie („tamquam suspectum de heresi re- troactis temporibus“) und lüden ihn vor, sich vor ihrem Tribunal zu rechtfertigen. So bittet er den Papst, der in der Supplik gleich fünfmal direkt angesprochen wird (das ist für solche Suppliken ganz ungewöhnlich), um Schutz vor dieser Verfolgung. Also eine der zahlreichen Appellationen an den Heiligen Stuhl, auf deren reichen Bestand im Folgenden hingewiesen werden soll – und doch ein besonderer Fall sogar in zweierlei Hinsicht: die Stellung dieses Manneszum Papst,und dieihm zurLast gelegte Häresie. Er sei ja Söldner Seiner Heiligkeit („stipendiarius Sanctitatis Vestre“), seit mehr als 10 Jahren aus der Heimat fort, und eben päpstlicher Söldner an der RömischenKurieundinSermoneta(„inRomanaCuriavelSermoneta“).Dass er neben Rom ausdrücklich Sermoneta nennt, gibt ihm noch größere Nähe zum engeren Kreis um den Borgia. Denn das feste Sermoneta, soeben den Caetanigenommen,übergabPapstAlexanderVI.ebendamals,1500,anseine Tochter Lucrezia als

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Archiv für Reformationsgeschichte - Archive for Reformation Historyde Gruyter

Published: Oct 1, 2021

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