Get 20M+ Full-Text Papers For Less Than $1.50/day. Subscribe now for You or Your Team.

Learn More →

Die Pariser Kommune – jenseits des „zellenartigen Regimes des Nationalität“

Die Pariser Kommune – jenseits des „zellenartigen Regimes des Nationalität“ Die Pariser Kommune ­ jenseits des ,,zellenartigen Regimes der Nationalität" von 1. unsere Fahne ist die Fahne der Weltrepublik Als Marx festhielt, das Wichtigste an der pariser Kommune von 1871 seien nicht irgendwelche ideale, die sie zu realisieren suchte, sondern vielmehr ihr eigenes ,,arbeitendes Dasein", betonte er damit, dass die Aufständischen keine geteilte Vorlage für die zukünftige gesellschaft hatten.1 in diesem sinne war die Kommune ein arbeitendes laboratorium politischer erfindungen, die an ort und stelle improvisiert oder aus früheren, je nach Bedarf neu formulierten szenarien und Ausdrücken zusammengestoppelt wurden. gespeist wurde sie von sehnsüchten, die auf den Volksversammlungen gegen ende des empire geweckt wurden. Als Aufstand in der Hauptstadt, der unter der Fahne der Weltrepublik erkämpft wurde, hat sich die Kommune als ereignis wie als politische Kultur schon immer einer nahtlosen integration in das nationale narrativ verweigert. Wie eines ihrer ehemaligen Mitglieder Jahre später in erinnerung rief, war sie vor allem ,,ein kühner Akt des internationalismus".2 unter der Kommune wollte paris nicht die Hauptstadt von Frankreich sein, sondern ein autonomes Kollektiv in einer weltumspannenden Föderation von Völkern. Doch abgesehen von der regelmäßigen erwähnung von Anzahl und Bedeutung einiger ihrer ausländischen Mitglieder durch Historiker war die nicht-nationalistische originalität der http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Historische Anthropologie de Gruyter

Die Pariser Kommune – jenseits des „zellenartigen Regimes des Nationalität“

Historische Anthropologie , Volume 24 (3) – Dec 1, 2016

Loading next page...
 
/lp/de-gruyter/die-pariser-kommune-jenseits-des-zellenartigen-regimes-des-nationalit-mypeGi9UZf

References

References for this paper are not available at this time. We will be adding them shortly, thank you for your patience.

Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2016 by the
ISSN
0942-8704
eISSN
2194-4032
DOI
10.7788/ha-2016-0306
Publisher site
See Article on Publisher Site

Abstract

Die Pariser Kommune ­ jenseits des ,,zellenartigen Regimes der Nationalität" von 1. unsere Fahne ist die Fahne der Weltrepublik Als Marx festhielt, das Wichtigste an der pariser Kommune von 1871 seien nicht irgendwelche ideale, die sie zu realisieren suchte, sondern vielmehr ihr eigenes ,,arbeitendes Dasein", betonte er damit, dass die Aufständischen keine geteilte Vorlage für die zukünftige gesellschaft hatten.1 in diesem sinne war die Kommune ein arbeitendes laboratorium politischer erfindungen, die an ort und stelle improvisiert oder aus früheren, je nach Bedarf neu formulierten szenarien und Ausdrücken zusammengestoppelt wurden. gespeist wurde sie von sehnsüchten, die auf den Volksversammlungen gegen ende des empire geweckt wurden. Als Aufstand in der Hauptstadt, der unter der Fahne der Weltrepublik erkämpft wurde, hat sich die Kommune als ereignis wie als politische Kultur schon immer einer nahtlosen integration in das nationale narrativ verweigert. Wie eines ihrer ehemaligen Mitglieder Jahre später in erinnerung rief, war sie vor allem ,,ein kühner Akt des internationalismus".2 unter der Kommune wollte paris nicht die Hauptstadt von Frankreich sein, sondern ein autonomes Kollektiv in einer weltumspannenden Föderation von Völkern. Doch abgesehen von der regelmäßigen erwähnung von Anzahl und Bedeutung einiger ihrer ausländischen Mitglieder durch Historiker war die nicht-nationalistische originalität der

Journal

Historische Anthropologiede Gruyter

Published: Dec 1, 2016

There are no references for this article.