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Diasporische versus zionistische Diplomatie, 1878–1917

Diasporische versus zionistische Diplomatie, 1878–1917 ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 1 Markus Kirchhoff Zur politischen Geschichte der Juden im 19. Jahrhundert zählt das Engagement von jüdischen Repräsentanten und Organisationen auf dem Gebiet der Diplomatie. In einer modernen Variante der traditionellen Fürsprache ging es westlichen, rechtlich gleichgestellten jüdischen Repräsentanten darum, Diskriminierungen und Verfolgungen von Juden zu unterbinden und die Entwicklung von noch nicht emanzipierten Judenheiten zu unterstützen. Wesentlich waren die offiziellen, oft aber auch die nicht-öffentlichen Beziehungen zur jeweils eigenen Regierung; bisweilen richtete sich die jüdische Interessensvertretung auch darauf, im Zuge der kleineren wie größeren Konferenzen und Kongresse der Großen Politik Gehör zu finden. Wie in der zwischenstaatlichen Form unterlag eine solche jüdische Diplomatie bestimmten Konventionen, sie war inter- oder transnational und hatte stets die Mächtekonstellationen zu berücksichtigen. Ihre Besonderheit war, dass sie humanitär orientiert und nicht-gouvernmental war. Zwar konnte es nach der konventionellen Definition, wonach es sich bei diplomatischen Beziehungen um den förmlichen ständigen Kontakt zwischen zwei oder mehr Staaten handelt, eine Diplomatie der Juden ­ mangels Staat ­ nicht geben. Eben dieser Umstand war aber für die Repräsentanten einer emanzipatorisch orientierten jüdischen Diplomatie selbstverständlich: Als Bürger waren sie auch auf diesem Gebiet vom Willen und außenpolitischen http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas de Gruyter

Diasporische versus zionistische Diplomatie, 1878–1917

Aschkenas , Volume 17 (1) – Jan 1, 2009

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 by the
ISSN
1016-4987
eISSN
1865-9438
DOI
10.1515/ASCH.2009.123
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Abstract

ASCHKENAS ­ Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 17/2007, H. 1 Markus Kirchhoff Zur politischen Geschichte der Juden im 19. Jahrhundert zählt das Engagement von jüdischen Repräsentanten und Organisationen auf dem Gebiet der Diplomatie. In einer modernen Variante der traditionellen Fürsprache ging es westlichen, rechtlich gleichgestellten jüdischen Repräsentanten darum, Diskriminierungen und Verfolgungen von Juden zu unterbinden und die Entwicklung von noch nicht emanzipierten Judenheiten zu unterstützen. Wesentlich waren die offiziellen, oft aber auch die nicht-öffentlichen Beziehungen zur jeweils eigenen Regierung; bisweilen richtete sich die jüdische Interessensvertretung auch darauf, im Zuge der kleineren wie größeren Konferenzen und Kongresse der Großen Politik Gehör zu finden. Wie in der zwischenstaatlichen Form unterlag eine solche jüdische Diplomatie bestimmten Konventionen, sie war inter- oder transnational und hatte stets die Mächtekonstellationen zu berücksichtigen. Ihre Besonderheit war, dass sie humanitär orientiert und nicht-gouvernmental war. Zwar konnte es nach der konventionellen Definition, wonach es sich bei diplomatischen Beziehungen um den förmlichen ständigen Kontakt zwischen zwei oder mehr Staaten handelt, eine Diplomatie der Juden ­ mangels Staat ­ nicht geben. Eben dieser Umstand war aber für die Repräsentanten einer emanzipatorisch orientierten jüdischen Diplomatie selbstverständlich: Als Bürger waren sie auch auf diesem Gebiet vom Willen und außenpolitischen

Journal

Aschkenasde Gruyter

Published: Jan 1, 2009

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