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Der Klassikerwortschatz: Das Klassikerwörterbuch (KWB) und seine Begründung

Der Klassikerwortschatz: Das Klassikerwörterbuch (KWB) und seine Begründung Ulrich Knoop (Freiburg) Der Klassikerwortschatz: Das Klassikerwörterbuch (KWB) und seine Begründung 1. Wenn ich erzähle, ich arbeite an einem Klassikerwörterbuch, ernte ich Zustimmung, aber auch skeptische Anlehnung. Ersteres, weil man meint, damit würden der gesamte Wortschatz und so die Klassiker eine angemes- sene Würdigung erfahren, letzteres, weil man angesichts des „Deutschen Wörterbuchs“ und dessen Erläuterungsleistungen so etwas für überfl üssig hält – steht das nicht schon im „Grimm“? Das erste ist ein freundliches Missverständnis: das Klassikerwörter- buch soll Unbekanntes und Unerkanntes erläutern, also nur das, was von unserem Wortverstehen differiert, weshalb das KWB diesen „Differenz- wortschatz“ erklärt. Das zweite ist unzulänglich, denn der „Grimm“ hat viele Wortschätze nur zum Teil erfassen können (Moritz bis Fontane) und, man höre, auch nicht alle Wörter aus den herangezogenen Klassikertex- ten seiner Zeit aufgenommen. Stichproben, z. B. die Zusammensetzungen mit heck-, ergaben Defi zite, hier nämlich eine Anzahl von 23 Wörtern in unserem Klassikerkorpus zu 11 im DWB, 12 sind im DWB nicht erfasst (Brückner/Knoop 2003: 69, Anm. 10). Außerdem ist die Auswertung von anderen Wörterbüchern, derzeit vermehrt das von Adelung, missverständ- lich, wie noch zu zeigen sein wird. Die Kommentierung wiederum basiert auf Philologenentscheidungen darüber, was sie als erklärungsbedürftig für den Leser http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichte de Gruyter

Der Klassikerwortschatz: Das Klassikerwörterbuch (KWB) und seine Begründung

Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichte , Volume 2 (1): 10 – Sep 15, 2011

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © by Walter de Gruyter GmbH
ISSN
1869-7046
eISSN
1869-7046
DOI
10.1515/9783110236620.193
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Abstract

Ulrich Knoop (Freiburg) Der Klassikerwortschatz: Das Klassikerwörterbuch (KWB) und seine Begründung 1. Wenn ich erzähle, ich arbeite an einem Klassikerwörterbuch, ernte ich Zustimmung, aber auch skeptische Anlehnung. Ersteres, weil man meint, damit würden der gesamte Wortschatz und so die Klassiker eine angemes- sene Würdigung erfahren, letzteres, weil man angesichts des „Deutschen Wörterbuchs“ und dessen Erläuterungsleistungen so etwas für überfl üssig hält – steht das nicht schon im „Grimm“? Das erste ist ein freundliches Missverständnis: das Klassikerwörter- buch soll Unbekanntes und Unerkanntes erläutern, also nur das, was von unserem Wortverstehen differiert, weshalb das KWB diesen „Differenz- wortschatz“ erklärt. Das zweite ist unzulänglich, denn der „Grimm“ hat viele Wortschätze nur zum Teil erfassen können (Moritz bis Fontane) und, man höre, auch nicht alle Wörter aus den herangezogenen Klassikertex- ten seiner Zeit aufgenommen. Stichproben, z. B. die Zusammensetzungen mit heck-, ergaben Defi zite, hier nämlich eine Anzahl von 23 Wörtern in unserem Klassikerkorpus zu 11 im DWB, 12 sind im DWB nicht erfasst (Brückner/Knoop 2003: 69, Anm. 10). Außerdem ist die Auswertung von anderen Wörterbüchern, derzeit vermehrt das von Adelung, missverständ- lich, wie noch zu zeigen sein wird. Die Kommentierung wiederum basiert auf Philologenentscheidungen darüber, was sie als erklärungsbedürftig für den Leser

Journal

Jahrbuch für Germanistische Sprachgeschichtede Gruyter

Published: Sep 15, 2011

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