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"Der Gerechte wird seine Hände im Blut des Gottlosen waschen". Die Reaktivierung des theologischen Antijudaismus im Psalmenkommentar des Bruno von Würzburg

"Der Gerechte wird seine Hände im Blut des Gottlosen waschen". Die Reaktivierung des... ASCHKENAS - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 10/2000, H. l FRIEDRICH LOTTER "Der Gerechte wird seine Hände im Blut des Gottlosen waschen" Die Reaktivierung des theologischen AntiJudaismus im Psalmenkommentar des Bruno von Würzburg L Der ideengeschichtliche Kontext Als Papst Urban . auf dem Konzil von Clermont im November 1095 zur Befreiung der orientalischen Christen und Jerusalems von moslemischer Herrschaft aufrief, ahnte er kaum, welche Lawine er damit auslöste. Sehr schnell wandelte sich die von Papst Urban konzipierte und verkündete Kreuzzugsidee im Munde der Teilnehmer und Berichterstatter so sehr, daß wir heute nicht mehr sicher sagen können, was Urban ursprünglich anstrebte. Wie widersprüchlich die Vorstellungen waren, zeigt sich u.a. in dem unterschiedlichen Verhalten einzelner Kreuzfahrergruppen.1 Dies betrifft vor allem die vulgäre Verfälschung der Kreuzzugsidee, wie sie bei einigen der tumultuarisch sich bildenden Heerhaufen zutage trat, die noch vor dem Aufbruch des regulären Ritterheeres Frankreich und dann vor allem das Rheinland heimsuchten. Zuvor hatte es im christlichen Europa zwar Zwangsbekehrangen und Vertreibungen, auch schon vereinzelte Mordtaten, gegeben, doch waren flächendeckende Massaker aus religiösen Gründen in diesem Raum bis dahin unbekannt.2 Wie konnte es geschehen, daß plötzlich wie aus heiterem Himmel an mehreren Orten blühende Judengemeinden in blutigen Gemetzeln http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden de Gruyter

"Der Gerechte wird seine Hände im Blut des Gottlosen waschen". Die Reaktivierung des theologischen Antijudaismus im Psalmenkommentar des Bruno von Würzburg

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2009 Walter de Gruyter
Subject
Aufsätze
ISSN
1016-4987
eISSN
1016-4987
DOI
10.1515/asch.2000.10.1.43
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Abstract

ASCHKENAS - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 10/2000, H. l FRIEDRICH LOTTER "Der Gerechte wird seine Hände im Blut des Gottlosen waschen" Die Reaktivierung des theologischen AntiJudaismus im Psalmenkommentar des Bruno von Würzburg L Der ideengeschichtliche Kontext Als Papst Urban . auf dem Konzil von Clermont im November 1095 zur Befreiung der orientalischen Christen und Jerusalems von moslemischer Herrschaft aufrief, ahnte er kaum, welche Lawine er damit auslöste. Sehr schnell wandelte sich die von Papst Urban konzipierte und verkündete Kreuzzugsidee im Munde der Teilnehmer und Berichterstatter so sehr, daß wir heute nicht mehr sicher sagen können, was Urban ursprünglich anstrebte. Wie widersprüchlich die Vorstellungen waren, zeigt sich u.a. in dem unterschiedlichen Verhalten einzelner Kreuzfahrergruppen.1 Dies betrifft vor allem die vulgäre Verfälschung der Kreuzzugsidee, wie sie bei einigen der tumultuarisch sich bildenden Heerhaufen zutage trat, die noch vor dem Aufbruch des regulären Ritterheeres Frankreich und dann vor allem das Rheinland heimsuchten. Zuvor hatte es im christlichen Europa zwar Zwangsbekehrangen und Vertreibungen, auch schon vereinzelte Mordtaten, gegeben, doch waren flächendeckende Massaker aus religiösen Gründen in diesem Raum bis dahin unbekannt.2 Wie konnte es geschehen, daß plötzlich wie aus heiterem Himmel an mehreren Orten blühende Judengemeinden in blutigen Gemetzeln

Journal

Aschkenas - Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Judende Gruyter

Published: Jan 1, 2000

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