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Das astronomische System des Copernicus und die Reformation (1543-1600)

Das astronomische System des Copernicus und die Reformation (1543-1600) Das astronomische System des Copernicus unddie Reformation (1543-1600)Von Kaspar von GreyerzIm Luther-Jubiläumsjahr 1983 wurde das Erbe des Wittenberger Reformatorssowohl in der Bundesrepublik wie in der DDR bei mancherlei Anlässen undin vielen Publikationen für die Demonstration staatlich-kultureller Einheitinstrumentalisiert. Im Anschluss an die deutsche Wiedervereinigung hätteman annehmen können, dass im Hinblick auf das Jubiläum von 2017 differenzierter mit diesem Erbe umgegangen wird. Blickt man auf die Fülle vonPublikationen zu Martin Luther, die bereits im Vorfeld des Jubiläumsjahreserschienen sind, so verflüchtigt sich − von wenigen Ausnahmen abgesehen −diese Hoffnung.1 Einmal mehr wird manchenorts Martin Luther gleichsamzum exklusiven Etikett für den tiefgreifenden religiös-kulturellen Wandel gemacht, den Deutschland und der deutschsprachige Raum im 16. Jahrhunderterfuhren. Mit meinem Beitrag möchte ich diesen Exklusivanspruch relativieren − im Blick auf Nicolaus Copernicus und die Folgen seines epochemachenden Werks De revolutionibus orbium coelestium von 1543. Mit Ausnahme derRolle des Joachim Rheticus, von dem weiter unten die Rede sein wird, bestand vor 1543 praktisch keine Beziehung zwischen der Wittenberger Reformation und der Arbeit des Copernicus im ermländischen Frauenburg, undauch nach dem Erscheinen von De revolutionibus zeigten Melanchthon undsein Kreis zwar Interesse für die mathematisch-astronomischen Berechnungendes Frauenburger Kanonikus, nicht aber für sein astronomisches Weltbild.Um den redaktionellen Vorgaben gerecht zu werden, http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Archiv für Reformationsgeschichte - Archive for Reformation History de Gruyter

Das astronomische System des Copernicus und die Reformation (1543-1600)

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Publisher
de Gruyter
Copyright
© 2017 by Gütersloher Verlagshaus
eISSN
2198-0489
DOI
10.14315/arg-2017-0113
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Abstract

Das astronomische System des Copernicus unddie Reformation (1543-1600)Von Kaspar von GreyerzIm Luther-Jubiläumsjahr 1983 wurde das Erbe des Wittenberger Reformatorssowohl in der Bundesrepublik wie in der DDR bei mancherlei Anlässen undin vielen Publikationen für die Demonstration staatlich-kultureller Einheitinstrumentalisiert. Im Anschluss an die deutsche Wiedervereinigung hätteman annehmen können, dass im Hinblick auf das Jubiläum von 2017 differenzierter mit diesem Erbe umgegangen wird. Blickt man auf die Fülle vonPublikationen zu Martin Luther, die bereits im Vorfeld des Jubiläumsjahreserschienen sind, so verflüchtigt sich − von wenigen Ausnahmen abgesehen −diese Hoffnung.1 Einmal mehr wird manchenorts Martin Luther gleichsamzum exklusiven Etikett für den tiefgreifenden religiös-kulturellen Wandel gemacht, den Deutschland und der deutschsprachige Raum im 16. Jahrhunderterfuhren. Mit meinem Beitrag möchte ich diesen Exklusivanspruch relativieren − im Blick auf Nicolaus Copernicus und die Folgen seines epochemachenden Werks De revolutionibus orbium coelestium von 1543. Mit Ausnahme derRolle des Joachim Rheticus, von dem weiter unten die Rede sein wird, bestand vor 1543 praktisch keine Beziehung zwischen der Wittenberger Reformation und der Arbeit des Copernicus im ermländischen Frauenburg, undauch nach dem Erscheinen von De revolutionibus zeigten Melanchthon undsein Kreis zwar Interesse für die mathematisch-astronomischen Berechnungendes Frauenburger Kanonikus, nicht aber für sein astronomisches Weltbild.Um den redaktionellen Vorgaben gerecht zu werden,

Journal

Archiv für Reformationsgeschichte - Archive for Reformation Historyde Gruyter

Published: Oct 26, 2017

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