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Auf der Suche nach dem richtigen Leben. Religionsgespräche in der deutsch-jüdischen Literatur des 20. Jahrhunderts

Auf der Suche nach dem richtigen Leben. Religionsgespräche in der deutsch-jüdischen Literatur des... ASCHKENAS – Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 18/19 2008/2009, H. 2 Daniel Hoffmann Auf der Suche nach dem richtigen Leben Religionsgespräche in der deutsch-jüdischen Literatur des 20. Jahrhunderts1 Einleitung – Zur Literaturgeschichte des Dialogs »Wort braucht Antwort«, schreibt Franz Rosenzweig in seiner Anleitung zum Jüdischen Denken. »Erst in der Antwort schließt sich der Ring. Die Antwort erst ist die Wahrheit des Worts, selbst des richtigen.«2 Das Kennzeichen eines lebendigen Gesprächs und der Wahrheit der in ihm erreichten Erkenntnis ist deshalb nicht eine zeitlose und damit abstrakt-logische Struktur, sondern eine zeitliche, die sich in der Wechselseitigkeit von Rede und Gegenrede entfaltet. Die noch antwortlose Rede ist unvollständig, sie sucht aber nicht ihre Antwort, sondern muss offen sein für ihre mögliche Vervollständigung. Erst die Antwort ist ein transitiver Akt, der auf die Rede als Frage hinzielt. Damit sich der Ring von Rede und Antwort schließen kann, ist vonnöten, dass die Antwort zur Rede passt. Das heißt zunächst, dass jene nicht in einen unvermittelbaren Gegensatz zu dieser treten darf. Auf der anderen Seite darf die Antwort das Fehlende nicht einfach ergänzen, indem sie der Rede in dem, was diese noch in unfertiger Weise zu sagen beabsichtigt, entgegenkommt. Sie muss http://www.deepdyve.com/assets/images/DeepDyve-Logo-lg.png Aschkenas de Gruyter

Auf der Suche nach dem richtigen Leben. Religionsgespräche in der deutsch-jüdischen Literatur des 20. Jahrhunderts

Aschkenas , Volume (2) – Dec 1, 2010

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Publisher
de Gruyter
Copyright
Copyright © 2010 by the
ISSN
1016-4987
eISSN
1865-9438
DOI
10.1515/asch.2009.016
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Abstract

ASCHKENAS – Zeitschrift für Geschichte und Kultur der Juden 18/19 2008/2009, H. 2 Daniel Hoffmann Auf der Suche nach dem richtigen Leben Religionsgespräche in der deutsch-jüdischen Literatur des 20. Jahrhunderts1 Einleitung – Zur Literaturgeschichte des Dialogs »Wort braucht Antwort«, schreibt Franz Rosenzweig in seiner Anleitung zum Jüdischen Denken. »Erst in der Antwort schließt sich der Ring. Die Antwort erst ist die Wahrheit des Worts, selbst des richtigen.«2 Das Kennzeichen eines lebendigen Gesprächs und der Wahrheit der in ihm erreichten Erkenntnis ist deshalb nicht eine zeitlose und damit abstrakt-logische Struktur, sondern eine zeitliche, die sich in der Wechselseitigkeit von Rede und Gegenrede entfaltet. Die noch antwortlose Rede ist unvollständig, sie sucht aber nicht ihre Antwort, sondern muss offen sein für ihre mögliche Vervollständigung. Erst die Antwort ist ein transitiver Akt, der auf die Rede als Frage hinzielt. Damit sich der Ring von Rede und Antwort schließen kann, ist vonnöten, dass die Antwort zur Rede passt. Das heißt zunächst, dass jene nicht in einen unvermittelbaren Gegensatz zu dieser treten darf. Auf der anderen Seite darf die Antwort das Fehlende nicht einfach ergänzen, indem sie der Rede in dem, was diese noch in unfertiger Weise zu sagen beabsichtigt, entgegenkommt. Sie muss

Journal

Aschkenasde Gruyter

Published: Dec 1, 2010

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